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Die Weißstörche in der Pfalz –
ein Manuskript von Karl Bertram aus dem Jahre 1913
Verschollen oder nur noch nicht veröffentlicht?
Eine Studie und Materialsammlung von Peter Kappel
Im August 2009 stach mir im Storchenzentrum Bornheim eine Statistik ins Auge. Sie wies unter anderem auch Störche in meinem Heimatort Elschbach für das Jahr 1912 aus und ich wollte unbedingt wissen, woher die Daten stammten. Den Titel dieser Statistik siehe unten unter Dokumentensatz (DO I)
Mir liegen mittlerweile als Quellen vor:
1. DO I – Edgar Schlee (Mitherausgeber), ehemalige Weißstorchbrutvorkommen in der Pfalz (1912-1973)“, ohne Erstellungsdatum und ohne Hinweis auf einen Bearbeiter.
2. DO II – Ingrid Dorner, Mehrseitige Kopie einer Abschrift, die 1997 im Sekretariat des Umweltpfarramtes von Betram’s Aufzeichnungen auf Veranlassung von Gerhard Postel angefertigt wurde, 26 Seiten mit ca. 80 Ortsnamen, eine Gliederung nach Sachthemen, wie Volkskunde, Regeln und Natur und einzelne Namen lokaler Beobachter. Ingrid Dorner spricht von Karl Bertram als Verfasser der Urschrift.
3. DO III – Christiane Hilsendegen, Faksimile eines Manuskripts von 40 Seiten, einfach gebunden, streng gegliedert nach Bezirksämtern und deren Amtgerichtsbezirke und darin die 198 Orte jeweils alphabetisch geordnet. Aber ohne Erstellungsdatum und ohne Hinweis auf einen Verfasser. Das Werk kann nicht vor 1913 abgeschlossen sein. Auf dem Deckblatt oben rechts ist von Hand geschrieben: „Dauerausleihe von Gerhard Postel“.
4. DO IV - American Museum of Natural History Library, Verhandlungen der Ornithologischen Gesellschaft in Bayern, 1904, Band V, München 1905.
Zitierempfehlung: Verhandl. Orn. Ges. i. Bayern. V. 1904.
www.biodiversitylibrary.org
Interessante Zusatzerkenntnisse in dem Band V der „Verhandlungen“
Darin Seite 1 – 5 (DO IV): Die sechs Pfälzer Mitglieder (1905) in der Ornithologischen Gesellschaft mit Seminarhilfslehrer Karl Bertram selbst und Frl. Lina Zell, Lehrerin d. städt. Höher. Töchterschule, Grünstadt (Pfalz).
Darin Seite 337 (DO IV): Die 21 Beobachtungsstationen im linksrheinischen Bayern (Pfalz) in den Jahren 1903 und 1904. Deren Beobachtungen trug Karl Bertram jährlich als Berichterstatter für das „linksrheinische Bayern“ vor. Außer diesem allgemeinen Bericht (S. 338-394) behandelte Bertram 1904 noch zwei weitere Themen: der Frühjahrszug in der Rheinpfalz 1903/04 (S. 394-426) und Beobachtungen über den Herbstzug einiger Arten (S. 426-435).
Darin Seite 395 (DO IV): An den Beobachtungen beteiligen sich auch die „Schüler der königlichen Lehrerbildungsanstalt in Kaiserslautern“.
Auf die „Verhandlungen“ hatte schon Ingrid Dorner 2000 hingewiesen in ihrer Dokumentation „Naturschutz mit dem Storch“ auf Seite 52 beim Literaturapparat. Auch Christiane Hilsendegen wusste von dieser Reihe.
Ein Bertram-Titel
In der o.g. Dokumentation hat Ingrid Dorner auf Seite 52 auf ein unveröffentlichtes Manuskript hingewiesen:
Bertram, K., (1905-1913), Faunistisch-biologisches Material über Ciconia ciconia: eine Zusammenstellung
Auf Seite 353 der „Verhandlungen 1904“ (DO IV) kündigt Karl Bertram zum Thema Storch in der Anmerkung an: „Eine Zusammenstellung des reichen faunistischen u. biologischen Materials über diese Art folgt in einem späteren Bericht. Es brüten zur Zeit in unserem Kreis ca. 180 – 200 P.“
Der Schriftsatz, den ich von Christiane Hilsendegen (siehe DO III) erhielt, trägt den Titel: „Material zu einer Statistik des Brutvorkommens von Ciconia ciconia (L.) 1758 in der Pfalz“.(Dass ich wegen dieser Schreibweise 1758 einige Zeit für eine historische Jahreszahl der Erhebung betrachtete, möge man mir verzeihen).
Für dieses gebundene Werk (DO III) liegt eine schriftliche Erklärung vor, dass dieses Manuskript von der Fam. Betram und deren Nachkommen an Gerhard Postel kam und über ihn ins Archiv der Aktion PfalzStorch.
Ergebnis
All diese einzelnen Punkte führen mich zu einem einzigen Schluss: das vermisste Bertram-Manuskript liegt im Archiv der Aktion PfalzStorch. Trotzdem rege ich noch einen Test an: Ingrid Dorner, Gerhard Postel und Edgar Schlee müssen das Original in Händen gehabt haben. In ein paar Tagen treffen wir uns sowieso in Bornheim. Denn sollten wir uns gemeinsam das Hilsendegen-Exemplar (DO III) anschauen. Dann wissen wir, ob es wirklich von Karl Bertram stammt.
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